Wien, Josefstadt: VINCENT LARCHET in DER VORNAME (R: Folke Brabant) (s. Pressestimmen)

25.11. Wien, MUTH: TRÄUME - Dostojewskij und Rachmaninow (s.u.)

München, Staatstheater am Gärtnerplatz: Wieder ab 21.12. PROF.HIGGINS in MY FAIR LADY (R: J.E.Köpplinger) Mit N. Zeintl, R. Meyer, C. Froboess u.a. (s. Pressestimmen)

Essay von Michael Dangl im nächsten FALSTAFF-Magazin (erscheint 22.11.) 

 

 

 

 

 

 

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am 20.05.2020, um 19:30

Geheimnis einer Unbekannten (UA) (Wien, Josefstadt)

Christopher Hampton nach Stefan Zweig (Uraufführung)

Deutsche Übersetzung von Daniel Kehlmann

Regie 
Christopher Hampton

Bühnenbild 
Anna Fleischle

Kostüme 
Birgit Hutter

Musik 
George Fenton

Dramaturgie 
Silke Ofner

Licht 
Emmerich Steigberger

Sie 
Martina Ebm

Er 
Michael Dangl

Ein Diener 
Michael Schönborn


Ich klage Dich nicht an, mein Geliebter, nein, ich klage Dich nicht an...Ich weiß ja, dass Du gut bist und hilfreich im tiefsten Herzen, Du hilfst jedem, hilfst auch dem Fremdesten, der Dich bittet. Aber Deine Güte ist so sonderbar, sie ist groß, aber sie ist – verzeih mir – sie ist träge...

Als der bekannte Romanschriftsteller R. frühmorgens von dreitägigem erfrischendem Ausflug ins Gebirge wieder nach Wien zurückkehrte, wurde er erinnernd gewahr, dass heute sein Geburtstag sei. Der Diener überbrachte auf einem Tablett die angesammelte Post. Lässig sah er den Einlauf an, riss ein paar Kuverts auf, die ihn durch ihre Absender interessierten; einen Brief, der fremde Schriftzüge trug und zu umfangreich schien, schob er zunächst beiseite. Inzwischen war der Tee aufgetragen worden, bequem lehnte er sich in den Fauteuil; dann zündete er sich eine Zigarre an und griff nun nach dem zurückgelegten Briefe. Es waren etwa zwei Dutzend hastig beschriebene Seiten in fremder, unruhiger Frauenschrift, ein Manuskript eher als ein Brief. Seltsam, dachte er, und nahm das Schreiben wieder zur Hand. "Dir, der Du mich nie gekannt", stand oben als Anruf, als Überschrift. Seine Neugier war plötzlich wach.
Brief einer Unbekannten, Stefan Zweig

Stefan Zweig ist ein Meister der genauen Beobachtung, der psychologischen Beschreibung und der musikalischen Sprache. Auch wenn seine Figuren aus einer anderen Epoche stammen, sind ihre Schicksale doch nicht an eine bestimmte Zeit gebunden.

Der Oscarpreisträger Christopher Hampton, der zuletzt den Filmklassiker All About Eve erfolgreich für die Kammerspiele der Josefstadt adaptierte, widmet sich in seiner nächsten Theaterarbeit Stefan Zweig und dessen Erzählung Brief einer Unbekannten. Es wird dies – nach der Uraufführung seiner Bühnenrealisierung von Eine dunkle Begierde – seine zweite Regiearbeit im Theater in der Josefstadt sein.